Die zweite Welle rollt heran. Wieder stehen wir vor der Situation, dass Trainings vor Ort ausfallen und Präsenz-Coachings nicht mehr gebucht werden. Kontakte zu Kunden gehen verloren – und ein Ende der Situation ist nicht in Sicht. Es sind harte Zeiten für alle, die Weiterbildungen anbieten.

Die Erfahrung der vergangenen Monate zeigt aber: Wir Trainer sind dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert. Wir haben es selbst in der Hand – wenn wir den Schritt ins Netz wagen. Denn fast alles, was vor Ort möglich ist, geht auch virtuell. Mich hat diese Erkenntnis anfangs überrascht. Je länger ich aber online Workshops durchführe und begleite, desto faszinierter bin ich davon, wie unglaublich vielfältig die digitale Coaching-Welt ist.

Was alles geht…

Gruppenarbeit? Ist möglich. In Kleingruppen aufspalten und diskutieren? Funktioniert. Abstimmungen abhalten? Klar. Post-ist schreiben und dem nächsten Teilnehmer virtuell weiter reichen? Geht. Gemeinsam auf eine digitale Pinnwand schreiben? Natürlich. Sogar Bar Camps, internationale Konferenzen und Führungskräftetrainings sind machbar. Das Netz bietet eine Unmenge an Tools, mit denen Online-Trainings nicht nur möglich, sondern sogar richtig effizient sind.

Zwei erstaunliche Erkenntnisse

Sich mit den Möglichkeiten des digitalen Trainings auseinander zu setzen, bescherte mir eine steile Lernkurve – besonders dann, wenn es in der praktischen Umsetzung mal holprig wurde. Vor allem zwei Erkenntnisse habe ich in dieser Zeit gewonnen (und darüber gestaunt):

  1. Online-Coaching kann sogar effektiver sein als ein Präsenz-Training, weil die Teilnehmer vor ihren Rechnern sehr konzentriert und fokussiert arbeiten – das gilt allerdings nur, wenn die Workshops gut geplant sind und viel Raum für Interaktivität gegeben wird.
  2. Für das Coaching größerer Gruppen mit unterschiedlichen Methoden braucht man zwingend ein Tandem von zwei Trainern. So stellt man sicher, dass der Moderator sich auf die Inhalte konzentrieren kann, während der Co-Moderator / Facilitator sich um die Technik kümmert, und die Coaches können sich abwechseln. Merke: Nicht nur wir Trainer müssen lernen, im Netz zu arbeiten, den Teilnehmern geht es ebenso.

Mich interessiert: Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Haben Sie Interesse an einem Austausch unter Kollegen? Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion.