Online-Facilitator sind die digitalen Raumausstatter und Innenarchitekten. Sie planen digitale Meetings, organisieren die notwendigen Tools und führen durch den Raum, dass das Ziel immer vor AUgen bleibt und am Ende des Meetigs auch etwas greifbares bleibt. Was genau zu tun ist, ist hier nachzulesen?

Digitale Formate zu moderieren, ist kein Selbstläufer. Ein Online-Facilitator hat diverse Aufgaben (mehr dazu auch hier). 

Ziel definieren

Vorgehen planen und Methoden festlegen

Teilnehmer ermitteln und einladen

Workshop so durchführen, dass die Teilnehmer bis zum Schluss aktiv dabeibleiben

Ergebnisse aufbereiten und kommunizieren 

Klingt logisch, aber der Teufel steckt wie immer im Detail. Was bedeutet das im Einzelnen?

 

Ziel definieren

Was immer wieder untergeht, ist die Zieldefinition. Gerade digital ist es ein Kardinalfehler, einfach mal schnell ein Meeting anzusetzen. Die Flut an digitalen Sitzungen ist enorm, da sie schnell gehen und keinen Vorlauf benötigen. Jeder hetzt von einem Online-Meeting ins nächste, ohne zu wissen: Was passiert, was wird besprochen, wozu bin ich hier? Im schlimmsten Fall halten diese Veranstaltung von wirklich produktivem Arbeiten ab, die Teilnehmer werden mit der Zeit genervt, überfordert und demotiviert. Die Lösung: Klare Ziele definieren und vorab kommunizieren. So weiß jeder Teilnehmer, was ihn/sie erwartet und was von ihm/ihr erwartet wird. Der Moderator wiederum ist sich im Klaren darüber, wo die Reise hingehen soll und kann den Workshop entsprechend planen.

 

Planung und Methodeneinsatz 

Wer nur dabeisitzt und nicht selber aktiv wird, ermüdet digital ziemlich schnell. Das Abschalten ist außerdem so einfach und verlockend. Darum ist eine interaktive Zusammenarbeit essentiell. Diese muss geplant werden, die Zeit eingeteilt und die Methoden dementsprechend ausgewählt werden. Einfach mal brainstormen ist langweilig und hilft nicht, sich wirklich dem Ziel zu nähern. Die Erfahrung zeigt immer wieder: Die Vorbereitung guter Meetings ist aufwändig und extrem wichtig. Digital zusammen zu arbeiten heißt auch, sich auf die Art von Aufgaben zu beschränken, die wirklich gemeinsam durchgeführt werden können (sogenanntes synchrones = gleichzeitiges Arbeiten). Dazu können auch kurze Einzelarbeiten dazugehören, aber nur, wenn die Ergebnisse anschließend in etwas Gemeinsames einfließen. Alles, was nicht gemeinsam abgearbeitet werden kann, sollte asynchron, also individuell passieren.

 

Wer macht mit?

Dabei sein ist hier nicht alles, sondern Mitmachen ist entscheidend. Wer da ist, sollte sich einbringen können. Auch stille Menschen können digital eingebunden werden, oft sogar leichter als in Präsenzmeetings mit Alphamenschen und Schnellrednern. So kann ein geübter Facilitator hier die Macht der Stummschaltung gezielt einsetzen und allen Teilnehmer genügend Gehör verschaffen – ein besonders effizientes digitales Mittel. Tools, die die Interaktion gut unterstützen, sind der Chat (hat jede Videokonferenz-Plattform) oder digitale Whiteboards (unser Favorit hier ist Miro). 

 

Interaktiv statt einschlafen

Nur zuzuhören macht schläfrig, nicht umsonst schlummern viele Menschen bei Hörbüchern am besten ein. In Präsenzworkshops passiert das nur deshalb nicht so oft, weil Bürostühle so unbequem sind.  Die Aufmerksamkeitsspanne bei Online-Formaten umfasst nur zehn Minuten (!), danach braucht es einen neuen, aktivierende Impuls. Daher ist es im digitalen Raum essentiell, verschiedene Phasen einzubauen, in denen die Teilnehmer interaktiv arbeiten können, optimaler Weise sogar in Kleingruppen. Das erhöht den Output und – mehr noch – die Energie. Nicht nur einmal habe ich erlebt, dass Teilnehmer am Ende eines Workshops noch gerne länger gearbeitet hätten.

 

Ergebnisse effizient sichern 

Es ist so einfach, man muss nur wissen, wie: Moderne digitale Tools halten die Ergebnisse quasi für die Ewigkeit fest: Ein Klick und die gesammelten Ideen liegen als PDF auf jedem Desktop. Chats können gespeichert werden, digitale Whiteboards sichern die gesammelten Ideen als PDF oder Excel, gemeinsame Protokolle liegen sofort auf den Laufwerken. Das ist großartig und erleichtert die Arbeit ungemein. Außerdem ist es für alle Beteiligten wunderbar, in kürzester Zeit ihre Arbeitsergebnisse schon in digitalen Händen zu halten. Aber: Dadurch steigt auch die Erwartungshaltung. Es ist wichtig, schon zügig nach dem Ende des Workshops die Inhalte zu teilen und verfügbar zu machen.

 

Fazit

Online-Meetings sind mit Aufwand verbunden, Vor- und Nachbereitung brauchen sogar etwas mehr Zeit als Präsenzveranstaltungen, die Durchführung muss geübt und geplant sein. Dafür können digitale Workshops oft in kürzerer Zeit mehr Ergebnisse ermöglichen, denn der Fokus ist wesentlich größer.

 

Wer mehr Input und Anregungen braucht, kann sich hier umsehen http://www.onlinefacilitator.de/. Die Ausbildung bietet wichtige Informationen für Anfänger und Fortgeschrittene. Vielleicht auf bald in einem Kurs der Online-Facilitator-Academy!